Wissenswertes über die
Membran-Filtration:
- Die Membran-Filtration
allgemein
- Membranaufbau
- Systemaufbau
- Filtrationsstufen
Selektive
Aufbereitung wäßriger Medien
Filtrationsverfahren sind Separationstechniken die
auf mech.-physik. Wirkmechanismen aufbauen. Zwischen den klassischen Techniken
und der „cross-flow“- oder Querstromfiltration gibt es wesentliche
Unterschiede, die kurz aufgezeigt werden.
„cross-flow“-Filtration
Bei der klassischen Filtration wirkt das Medium
senkrecht auf die Filterfläche. Das abfiltrierte Gut baut auf der Filterfläche
einen Kuchen auf bzw. sammelt sich im Filtermaterial (Vlies). Bei sehr feinen
Membranfiltrationen, Porengröße kleiner 5 µm, führt der Kuchenaufbau schnell
zum Verblocken des Filters.
Um dies zu verhindern, führt man bei „cross-flow“-Filtrationen
das Medium mit einer stärkeren Strömung über die Filteroberfläche (Membran).
Die turbulente Strömung wirbelt, im Idealfall, jede Ablagerung auf und trägt
sie fort. Die Filteroberfläche bleibt frei.
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Membranaufbau:
Die Membranen, die flach, gewickelt oder in rohrförmig
sein können, werden in Modulen, anschlußfertige Elemente, integriert. Einige
Effekte im Zusammenspiel zwischen der Membran und dem vorbeiströmenden Medium
spielen bei der Separation eine Rolle. Es wirken einige Effekte zusammen, die
zur Optimierung des Systems, z. B. durch Membranmaterialwahl, verändert werden
können:
n Siebeffekt
n Polarität der Membran (hydrophil, lipophil),
Dotierung
n Chemischer Aufbau der Membran
n Chemische Eigenschaften des Mediums (z. B.
pH-Wert)
n transmembrane Druckdifferenz
n Überströmungsgeschwindigkeit
n Deckschichten auf der Membran
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Systemaufbau:
Alle „cross-flow“-Filtrationen haben einen
grundlegenden, gemeinsamen Aufbau: Eine Pumpe, die aus dem Arbeitsbehälter
ansaugt, sorgt für die notwendige Anströmung (Menge und Druck) des Moduls. Bei
Brauchwasseraufbereitungen oder Meerwasserentsalzungen, wo es auf
Konzentratmengen nicht ankommt, wird mit ca. 60 bis 80 %iger Ausbeute das Medium
einmal durch ein Modulsystem geleitet.
Bei der Zielsetzung: Verringerung der
Entsorgungsmenge oder bei Badpflegemaßnahmen gelangt das Retentat, mit den
aufkonzentrierten Substanzen, zurück in den Arbeitsbehälter. Das Filtrat bzw.
Permeat läuft ab. Das Medium kann nur soweit aufkonzentriert werden, wie es
sich pumpen läßt. Man wird somit immer ein Konzentrat erhalten, wenn wässrige
Systeme aufgearbeitet werden, in dem ein mehr oder minder hoher Anteil an Wasser
enthalten ist.
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Filtrationsstufen
Es haben sich vier Verfahrensbezeichnungen für
Membranfiltrationen durchgesetzt, in denen Porenweitenintervalle zusammengefasst
werden. Ein Dalton ist eine molekularen Gewichtsbeschreibung, wobei 1 Dalton dem
Gewicht von einem Wasserstoffatom entspricht.
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Verfahrensbezeichnung
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ungefähre
Trenngrenzen
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Mikrofiltration
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5
bis 0,1 µm
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Ultrafiltration
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0,1
bis 0,03 µm
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300.000
bis 5.000 Dalton
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Nanofiltration
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5.000
bis 300 Dalton
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Umkehrosmose
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300
bis 20 Dalton
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Trenngrenzenvergleich der
"cross-flow"-Filtationen
Mikrofiltration
Die Mikrofiltration
wird zur Abtrennung von feinen Partikeln, zur Abtrennung von komplexen
organischen Systemen und in technischen Anwendungen, z. B. zur Badpflege von Entfettungsbädern eingesetzt. Mikrofiltrationen sind
bei der Reduktion von Entsorgungsmengen ölhaltiger Wassersysteme nicht
geeignet, da sie den Grenzwert des Restölgehalts im Filtrat bei höheren
Aufkonzentrationen nicht halten können.
Ultrafiltration
Ultrafiltrationen
werden eingesetzt, um Makromoleküle in der Biotechnologie
und Lebensmittelverarbeitung zu separieren. In technischen Anwendungen wird die
Ultrafiltration zur Abtrennung aller nicht echt gelösten Bestandteile (Öl,
Partikel, Schlämme, Mikroorganismen) eingesetzt. So ist sie ideal zur
Aufarbeitung von Kompressorkondensaten, verbrauchten
Fertigungsemulsionen und
Waschwässern, wobei eine zweite Filtrationsstufe (Umkehrosmose) zur
eventuellen weiteren Konditionierung der tensid- und schwermetallhaltigen Abwässer
zu empfehlen ist.
Nanofiltration und Umkehrosmose
Mit diesen
Membranfiltrationen können auch echt gelöste Anteile an organischen und
anorganischen Substanzen dem Wasser entzogen werden. Es können die
Ultrafiltrate aus der Kühlschmierstoffaufbereitung
zur Indirekteinleitung und aus der Waschwasseraufbereitung
zur Wiederverwendung aufbereitet werden. Man kann mit diesen Filtrationen den CSB-Wert,
den Schwermetallgehalt und die Farbigkeit
von wässrigen Medien reduzieren. Durch den Einsatz von geeigneten Membranen
lassen sich wertvolle Inhaltsstoffe (Tenside,
Glykole, Anorganika) soweit aufkonzentrieren, daß sie im Produktionsbetrieb
wieder einsetzbar werden.
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